Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) | 5.000 €
Ekaterina Dronova
Der Kunstpreis der Stadt Kempten (Allgäu) wurde 2026 an Ekaterina Dronova für ihr Werk „Kein Rauch ohne Feuer“ (Öl auf Leinwand) verliehen. In ihrer Begründung würdigt die Jury die hervorragende malerische Qualität und Komposition.
Der Kunstpreis der Stadt Kempten wird seit 1950 verliehen und ist mit 5.000 € dotiert. Er ist mit einer Ausstellung in der Kunsthalle Kempten innerhalb von sechs Jahren verbunden. Für diese Ausstellung steht ein Realisierungsbudget von bis zu 1.500 € zur Verfügung.
Foto: Jörn Lorenz
Begründung der Jury
Ekaterina Dronova: Kein Rauch ohne Feuer, Öl auf Leinwand, 2026Dieses Werk überzeugt durch seine hervorragende malerische Qualität und eine Komposition, die an eine filmische Inszenierung erinnert. Dronova nutzt Licht-Schatten-Effekte und eine symbolgeladene Farbpalette, um eine zeitliche Dimension zwischen Vergangenheit und Zukunft aufzuspannen. Kunsthistorisch bedeutsam ist die Ambivalenz zwischen behaglicher Abendstimmung und dystopischen Vorboten, wobei Motive wie Seifenblasen als Symbole für das Fragile und die Erinnerung fungieren. Die Darstellung einer „satten Gesellschaft“, die sich voneinander abwendet und teilnahmslos in eine bedrohliche Landschaft blickt, liefert zudem einen starken gesellschaftskritischen Kommentar.
Ekaterina Dronova über ihre Arbeit
„Es war ein guter Abend. Doch nun fand vielleicht ein großes unerhörtes Ereignis statt, möglicherweise ist auch etwas grundsätzlich schiefgelaufen. Man kann Zeichen am Horizont vermuten, doch das Gegenlicht der untergehenden Sonne blendet, man kann nur schwerlich etwas konkret ausmachen. Ich glaube, noch nicht alle haben es bemerkt, man ist noch vertieft in Gespräche, man genießt den schönen Sonnenuntergang. Und der Wein ist wirklich gut. Das Licht ist jedoch schon irgendwie seltsam, aber niemand scheint darüber zu reden. Das Ganze hat etwas überzeichnetes, die Szenerie wirkt grotesk, irgendetwas stimmt ganz und gar nicht, und wo kommen überhaupt die Seifenblasen her? Und diese Gegenstände auf dem Tisch, warum erkenne ich nichts, stimmen Licht und Schatten überhaupt? Und wieso rauchen die beiden da, wo das doch verboten ist? Warum stehen die da so entspannt, die müssen das doch auch sehen? Man müsste sie mal fragen. Ich möchte mich furchtbar gern abwenden, der Anblick beunruhigt mich über allen Maßen. Doch ich habe Angst, mich umzudrehen und mir diese Sonne da in den Rücken scheinen zu lassen, während weit hinten in der Ferne etwas ganz und gar nicht stimmt."
